Hier summt es! Alles, was Sie über Honig wissen müssen

Honig im Glas mit Honiglöffel

Als süßer Brotaufstrich darf Honig auf kaum einem Frühstückstisch fehlen, in den Chai Tee gehört ebenso ein Löffel zum Süßen wie in die heiße Milch zum Einschlafen. Fisch und Fleisch verfeinert er als Marinade oder Glasur. Milder Honig rundet den Geschmack ihrer Speisen ab und wirkt regelrecht als Geschmacksverstärker. Besonders gut schmecken Salatsoßen und Marinaden, wenn sie mit Honig gesüßt werden.

Wir verraten Ihnen, was Sie über Bienen und Honig wissen müssen

Seit Jahren wird Honig als Nahrungsmittel, Schönheitselixir und sanfte Medizin geschätzt. Das Wort kommt vom althochdeutschen Begriff „Honang“ und bedeutet „der Goldfarbene“. Doch Honig gibt es nicht nur in der Farbe Gold, sondern in vielen Farbnuancen – von fast weiß bis sehr dunkel. Die Farbe wird von der Pflanzenart, die die Bienen beim Sammeln besuchen bestimmt. Bei einigen Blumensorten bestimmt der Nektar die Farbe, bei anderen Blüten geben Farbstoffe in den Pollen dem Honig Farbe. Reiner Blütenhonig besticht durch einen gelblichen Farbton, Wald- und Kastanienhonig dagegen ist kräftig rot- bis dunkelbraun.

Wie entsteht Honig?

Für die Honigproduktion sammeln die Bienen Nektar der Blüten. Das ist ein wässrig, zuckerhaltige Lösung, mit der die Blüten ihre Bestäuber anlocken. Die Bienen transportieren den Nektar dann im Magen zum Stock.
Hier geben die Bienen ihn wie bei einer Eimerkette unzählige Male weiter. Sie schleudern den Saft Tropfen für Tropfen aus ihrem Honigmagen und eine andere Biene saugt ihn wieder auf. So sinkt der Wassergehalt. Gleichzeitig reichern die Bienen den Nektar mit Enzymen aus ihrem Organismus an. Der nun leicht eingedickte Honig wird in Wabenzellen eingelagert und entwickelt seine typischen Merkmale. Verschließen die Bienen die Waben mit Wachsdeckeln, ist dies für den Imker ein Zeichen, dass der Honig reif ist. Jetzt können ihn die Imker schleudern.

Wie sollte Honig gelagert werden?

Er hält sich praktisch ewig, wenn er kühl, dunkel, trocken und in geruchsneutraler Umgebung gelagert wird, damit seine Enzyme und Aromastoffe enthalten bleiben. Hitze verträgt Honig gar nicht: Bei einer Erwärmung über 40 Grad Celsius gehen die Enzyme verloren. Deshalb sollte auch ein Getränk nur handwarm sein, wenn Honig eingerührt wird.

Honig in der feinen Küche

Es ist eines der naturbelassensten Süßungsmittel und damit ein ideales Produkt um industriell gefertigten weißen Zucker durch ein gesundes Naturprodukt zu ersetzen. Helle Sorten schmecken viel süßer als Industriezucker und können sparsamer verwendet werden. Bei dunklen weniger süßen Sorten wiederum muss eventuell etwas mehr abgemessen werden. Bei Ersatz von Zucker durch Honig muss der Wassergehalt beachtet werden, denn er enthält knapp 20 % Wasser. Im Rezept angegebene Flüssigkeitsmengen deshalb etwas verringern – dies muss allerdings nur bei größeren Mengen berücksichtigt werden und wenn es um genaue Mengenverhältnisse wie zum Beispiel beim Backen geht.
Wichtig bei der Verarbeitung von Honig: Er sollte nicht zu stark erhitzt oder gar gekocht werden, denn die gesunden Inhaltsstoffe sind hitzeempfindlich.

 

Bekannte Honigsorten

Die Honig-Vielfalt ist enorm: Von cremig-weißem Rapshonig bis dunkel-kräftigem Tannenhonig produzieren die fleißigen Bienen für jeden Geschmack etwas. Es lohnt sich die Unterschiede auszukosten und zu schmecken. Wie beim Bier gibt es auch für Honig, ein Reinheitsgebot der Deutschen Honigverordnung. Das Reinheitsgebot schreibt u.a. einen maximalen Wassergehalt von 21 Prozent vor, fordert regelmäßige Qualitätskontrollen und verbietet Zusatzstoffe.
Generell unterscheidet man diese Sorten:
Mischblütenhonig ist der meistverkaufte Honig. Er besteht aus verschiedenen Sorten und variiert im Geschmack und Aussehen sehr stark.
Lagenhonig ist ein Honig mit eindeutiger Herkunftsbezeichnung. Stammt er aus einem genau abgrenzbaren, regionalen, territorialen oder topographischen Gebiet, darf er mit einem entsprechenden Namen versehen werden. Ein Beispiel hierfür ist der Gebirgsblütenhonig. Dies gilt jedoch nur, wenn der damit bezeichnete Honig ausschließlich die angegebene Herkunft aufweist.
Beim Sortenhonig (auch Trachthonig) darf der Nektar nur von einer bestimmten Pflanze, der sogenannten Trachtpflanze, stammen. Da Bienen nur einen begrenzten Flugradius haben und einer Pflanzensorte gerne treu sind, ist die Herstellung eines fast sortenreinen Honigs möglich.
Für den Honigtau- oder Waldhonig nehmen die Bienen die Hilfe von kleinen Insekten in Anspruch: Die Helfer stechen Nadeln und Rinde von Bäumen an und ernähren sich von deren Säften, die überschüssige Energie geben sie wieder an ihre Umgebung ab. Diesen Tau sammeln die Bienen.

 

Beliebte Honigsorten

Rapshonig: Sehr hell, oft perlmuttfarben, süß und von mildem Aroma. Die Konsistenz ist streichzart bis fest.
Waldhonig: Bräunlich oder rötlich. Er schmeckt kräftig, fein-fruchtig und leicht herb. Die Konsistenz ist oft flüssig bis cremig.
Sommerblütenhonig: Das Aussehen variiert von Jahr zu Jahr. Mal ist er kräftig-gelb, mal braun. Dieser Honig zeichnet sich durch eine fruchtige Note aus.
Kastanienhonig: Kastanienhonig ist hell bis dunkel-braun und schmeckt kräftig. Er kristallisiert nur langsam aus.

Für ein Kilo Honig besuchen die Sammlerinnen 10 bis 15 Millionen Blüten im Umkreis von drei Kilometern. Auf ihren Ausflügen bleiben die Bienen bestimmten Bäumen oder anderen Pflanzen treu. Viele Imker wandern mit ihren Bienenstöcken in Gebiete mit großem Blütenangebot wie Rapsfelder oder blühenden Lindenbäumen.
Immer mehr Bienen bevölkern auch die Balkone oder Dächer von Großstädtern. Das Imkern ist in Deutschland en vogue und dank Erfindungen wie der Bienenbox für viele Menschen problemlos möglich. Mehr als 500 Hobby-Bienenhalter soll es allein in Berlin geben. Damit sorgen sie nicht nur für das eigene leckere Frühstück sondern auch für das Gleichgewicht des Ökosystems. Honigbienen bestäuben etwa 80 Prozent der Wild- und Kulturpflanzen und sind so für deren Erhalt unverzichtbar. Von ihren Ausflügen bringen die Bienen Nektar und Honigtau mit. Dafür legen sie Stecken von bis zu drei Kilometern zurück.
Honig-Produktion: Bienen fliegen einen Bienenstock an und landen
 

Honig-Glossar – von Honig bis Propolis

Honig: Bienen nehmen Nektar oder andere süße Pflanzensäfte auf, reichern sie dann mit körpereigenen Stoffen an, entziehen ihnen Wasser und speichern sie in Waben, in denen sie zum Honig reifen.
Nektar: Nektar ist süßer Pflanzensaft, der von Nektardrüsen in Blüten ausgeschieden wird, um ihre Bestäuber anzulocken. Bienen sammeln ihn zur Honigbereitung.
Pollen: Pollen sind Blütenstaub, der als eiweißreiches Bienenfutter dient. Bei ihren Blütenbesuchen bestäuben die Bienen die Blüten damit.
Stock: Der Stock ist das Heim der Bienen. Meistens besteht es aus Holz oder Kunststoff, das aus stapelbaren Magazinen zusammengesetzt ist.
Wachs: Bienen scheiden das Wachs aus Wachsdrüsen am Hinterleib aus und bauen damit exakt sechseckige Waben.
Gelée royale: Die cremig, süß-saure Substanz wird von den Ammenbienen ausgeschieden. Sie füttern damit den frisch geschlüpften Bienennachwuchs, allerdings nur einige Tage lang. Eine Königin dagegen wird ihr Leben lang mit der kostbaren Nahrung versorgt. Gelée royale regt die Erneuerungsprozesse im Körper an und gilt als wahrer Jungbrunnen.
Propolis: Propolis ist eine von Bienen hergestellte harzartige Masse, die es wirklich in sich hat. Propolis wirkt bei einer Vielzahl von Beschwerden. Zurückzuführen ist dieser Umstand auf die bieneneigenen Inhaltsstoffe, so wirkt das harzartige Produkt antibakteriell, schmerzstillend, entgiftend und antiallergisch.
Die Bienen nutzen Propolis als Kittwachs, mit dem sie alle Oberflächen im Stock überziehen und Risse füllen. Befindet sich ein Fremdkörper im Bienenstock – den die Insekten nicht selbst entfernen können – verwenden sie ebenfalls Propolis, um eine drohende Gefahr für das gesamte Volk gleich im Keim zu ersticken – im wahrsten Sinn des Wortes.

 

Honig kulinarisch

Profi-Köche und Gourmets schätzen ihn nicht nur wegen seiner natürlichen Süßkraft, sondern vor allem wegen der Aromenvielfalt. Die reiche Auswahl an Honigsorten erlaubt es kreativen Köchen einzelne Komponenten ihres Menüs zu betonen. Herzhafte Gerichte werden durch die Süße des Honigs abgerundet, Desserts erfahren eine zarte Balance.

2 comments

  1. Wir haben uns im Sommer beim Imker ein Glas Bienenhonig gekauft,
    als wir es jetzt öffneten( Das Glas stand im Küchenschrank)
    war der Honig dickflüssig und kristalisiert. Meine Frage”Warum ist der Honig so? (

    1. Sehr geehrter Herr Lagocki,
      Honig sollte möglichst an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt werden. Der Kühlschrank ist aber nur bedingt zu empfehlen. Hier können Temperaturschwankungen auftreten, die dem Honig nicht gut tun. Dadurch kann er auch schneller kristallisieren, was in Ihrem Fall geschehen ist. Honig besteht hauptsächlich aus Frucht- und Traubenzucker. Vor allem letzgenannter bildet mit der Zeit Zuckerkristalle aus.
      Um Honig wieder flüssig zu machen, stellen Sie das verschlossene Glas einfach ein ein Wasserbad und erwärmen sie es langsam auf höchstens 40 Grad, bitte keinesfalls kochen lassen!

      Viele Grüße
      Marco Wurzler von Hagen Grote

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